Schellfisch fangen: Der Brot-und-Butter-Grundfisch des Nordatlantiks

Kurze Antwort

Schellfisch ist ein im Schwarm lebender Grundfisch — das ganze Spiel besteht also darin, einen beköderten Haken flach auf den Meeresboden oder knapp darüber zu legen und ihn dort zu halten. Beangle harten, strukturierten Grund — Kies, Geröll und gebrochenen Boden in etwa 150 bis 400 feet — und lasse eine Zwei-Haken-High-Low-Montage, garniert mit Muschel, Seeringelwurm oder Tintenfisch, senkrecht bis in den Schlick ab. Die klassische Technik ist denkbar einfach: ablassen, bis du Grund spürst, ein oder zwei Kurbelumdrehungen aufnehmen und ruhig halten oder den Köder Fuß um Fuß anheben und absenken; Schellfisch saugt den Köder ein, statt ihn brutal zu attackieren, also achte auf ein zartes Tippen oder eine sich aufladende Rutenspitze. Ein beköderter Pilker oder ein chartreusefarbener Jig, knapp über Grund geführt, fängt sie ebenfalls. Sie ziehen in dichten Schwärmen, wenn also einer hochkommt, bring deinen Köder schnell wieder nach unten. Kenne deine Vorschriften, bevor du ausläufst — die Fischerei im Golf von Maine unterliegt strikten Mindestmaßen, Fangbegrenzungen und saisonalen Schonzeiten, die sich von Jahr zu Jahr ändern.

Kenne den Fisch, bevor du ablässt

Schellfisch (Melanogrammus aeglefinus) gehört zur Familie der Dorsche, und ihn vom Kabeljau unterscheiden zu lernen ist wichtig, weil für ihn andere Vorschriften gelten als für Kabeljau.

  • Der schwarze "Daumenabdruck": Ein Schellfisch trägt einen deutlichen dunklen Fleck oberhalb der Brustflosse — Angler nennen ihn Petrus-Mal oder den Daumenabdruck des Teufels — dazu eine schwarze Seitenlinie. Kabeljau hingegen hat eine helle Seitenlinie und einen stärker marmorierten Körper.
  • Kleiner und schlanker als Kabeljau: Die meisten mit der Rute gefangenen Schellfische messen 16 bis 24 inches und wiegen 1 bis 4 pounds, ein guter Fisch bringt es auf 5 bis 8 pounds. Ein zweistelliger Schellfisch ist eine echte Trophäe.
  • Schwarmfische mit weichem Maul: Schellfisch zieht in engen Ansammlungen nahe dem Grund und frisst durch Ansaugen, nicht durch aggressive Bisse. Das prägt alles — sowohl die Montagepräsentation als auch ein etwas verzögerter Anhieb sind entscheidend.
  • Grundgründler: Ihre Nahrung besteht aus kleinen Wirbellosen — Würmern, Schlangensternen, kleinen Weichtieren, Krebstieren und Fischeiern —, und genau deshalb fangen Naturköder so oft besser als Kunstköder.

Saison und Wassertemperatur

Schellfisch ist ein Kaltwasserfisch, und der Biss richtet sich sowohl nach der Temperatur als auch nach dem örtlichen Vorschriftenkalender.

  • Bestes Wasser: Schellfisch bevorzugt Bodentemperaturen in etwa im Bereich von 36 bis 50°F. Er verträgt Kälte gut und bleibt über die kälteren Monate tief und aktiv.
  • Timing in Neuengland: Im Golf von Maine und auf der Georges Bank sind Frühjahr und Frühsommer verlässlich, wenn die Fische auf die Fressgründe ziehen, und die Herbstfischerei kann hervorragend sein — aber die offene Saison legen die Fischereibehörden fest, nicht allein die Fische.
  • Großbritannien und Nordsee: Schellfisch ist von Charter- und Partybooten ein ganzjähriges Ziel, oft am besten in den kühleren Monaten, wenn er sich auf den vorgelagerten Gründen zusammenballt.
  • Norwegen: Nordische Fjorde und vorgelagerte Bänke beherbergen Schellfisch über weite Teile der eisfreien Saison, häufig vermischt mit Kabeljau und Seelachs.
  • Prüfe die Schonzeit: Die Freizeitfischerei auf Schellfisch im Golf von Maine hatte schon saisonale Schonzeitfenster. Bestätige vor der Buchung stets die aktuellen offenen Termine — siehe den Abschnitt zu den Vorschriften weiter unten.

Wo du sie findest und wie du den Grund liest

Der Standort ist die mit Abstand größte Variable. Schellfisch orientiert sich weit stärker an der Art des Meeresbodens als an Oberflächenmerkmalen.

  • Harter, gebrochener Grund: Beangle Kies, Geröll, Kopfsteine, Schalengrus und die Kanten, an denen harter Grund auf Sand oder Schlick trifft. Schellfisch grast diese Übergangszonen nach Wirbellosen ab.
  • Tiefenbereich: Die meisten Schellfische vom Partyboot kommen aus etwa 150 bis 400 feet. Auf der Georges Bank und an vorgelagerten britischen Marken können sie noch tiefer stehen.
  • Nutze das Echolot: Achte auf Fischsicheln, die sich eng am Grund halten, oft in einem dichten niedrigen Band statt als schwebende Wolken. Markiere die ergiebige Stelle und drifte erneut darüber oder gehe vor Anker.
  • Befische die Drift und die Tide: Die Driftgeschwindigkeit bestimmt deine Präsentation. Eine sanfte Drift lässt deinen Köder natürlich mitwandern; reißende Strömungen bei kräftiger Tide können dich vom Grund abheben, also füge Gewicht hinzu, um unten zu bleiben. Stehendes bis ziehendes Wasser ist oft der ideale Moment.
  • Bleib senkrecht: Bei schneller Drift hält mehr Gewicht deine Schnur nahezu lotrecht, sodass du Grund fühlen und den zarten Biss erkennen kannst.

Die besten Köder

Schellfisch ist in erster Linie ein Köderfisch. Frische, natürliche Angebote bringen beständig mehr als Kunstköder.

  • Seemuscheln: Ausgelöste Seemuschel (Riesenklaffmuschel/Brandungsmuschel) ist der Standard in Neuengland. Ziehe einen Streifen so auf den Haken, dass er in der Strömung flattert — die Duftspur erledigt die Arbeit.
  • Seeringelwürmer: Wattwürmer und Sandwürmer (Köderwurm und Seeringelwurm in Großbritannien) sind tödlich, besonders bei beangeltem Fisch, der alles andere ignoriert.
  • Tintenfisch: Geschnittene Tintenfischstreifen sind zäh, halten Bisse besser durch und überstehen Knurrhähne und Dornhaie besser als Muschel. Oft in Kombination verwendet — ein Cocktail aus Muschel und Tintenfisch deckt Duft und Haltbarkeit zugleich ab.
  • Mies­muschel- und Makrelenstreifen: Auf britischen und norwegischen Gründen verbreitet und wirksam; Miesmuschel ist ein Spitzenköder für Schellfisch, muss aber sorgfältig gebunden werden, um am Haken zu bleiben.
  • Klein und ordentlich beködern: Passe dich dem kleinen Maul des Schellfischs an. Ein sauberer, bescheidener Köder wird vollständig eingesaugt; ein riesiger Klumpen wird nur angeknabbert und fallen gelassen.

Die besten Pilker und Kunstköder

Kunstköder funktionieren, wenn die Fische aggressiv sind oder wenn du schneller Wasser absuchen willst, aber sie fangen fast immer am besten, wenn man sie mit Naturköder versüßt.

  • Pilker: Ein verchromter oder chartreusefarbener Pilker, 4 bis 16 ounces je nach Tiefe und Strömung, ist das Arbeitspferd. Bis auf Grund ablassen und mit kurzen Hebern führen.
  • Beköderte Jigs (Jig-und-Beifänger): Garniere den Jighaken mit einem Splitter Muschel oder Tintenfisch und setze 18 bis 24 inches darüber eine Beifängerfliege oder Garnelenfliege als Dropper. Schellfisch nimmt häufig den Beifänger.
  • Garnelenfliegen und Beifänger: Kleine grüne, pinke oder chartreusefarbene Garnelenfliegen-Beifänger über einem Blei oder Jig imitieren die Wirbellosen, die Schellfisch abgrast.
  • Leuchten und Farbe: In tiefem, lichtarmem Wasser fallen nachleuchtende und chartreusefarbene Oberflächen auf. Lade Leuchtköder vor dem Ablassen mit einer Lampe auf.
  • Führe ihn langsam: Ein dezentes Anheben und Absenken nahe dem Grund schlägt ein aggressives Reißen. Der Biss kommt oft, während der Jig zur Ruhe kommt.

Ausrüstung, auf die es ankommt

Du brauchst kein exotisches Gerät, aber es muss tiefem Wasser, schwerem Blei und einer langen Kurbel nach oben gewachsen sein.

  • Rute: Eine 6 bis 7 foot lange mittlere bis mittelschwere konventionelle Bootsrute mit sensibler Spitze, die den weichen Biss überträgt, und genug Rückgrat, um Bleie und Fische aus der Tiefe zu heben.
  • Rolle: Eine konventionelle Rolle/Levelwind-Rolle (z. B. in Größe 300 bis 400) mit geschmeidiger Bremse und genug Schnurfassung für mehr als 300 feet. Auf tiefen vorgelagerten Charterfahrten sind Elektrorollen verbreitet.
  • Schnur: Eine 30 bis 50 lb geflochtene Hauptschnur ist ideal — ihr dünner Durchmesser schneidet durch die Strömung, und ihr dehnungsfreies Gefühl überträgt den zarten Biss und den Grundkontakt weit besser als Mono.
  • Vorfach: Ein Fluorocarbon- oder Mono-Vorfach von 20 bis 40 lb, gefahren als High-Low-Montage mit zwei angeknüpften Haken an Seitenarmschlaufen über dem Blei.
  • Haken: Kreishaken in etwa 2/0 bis 5/0 oder Köderhalterhaken in ähnlichen Größen. Kreishaken lassen den Fisch sich selbst haken und verringern das Schlucken des Hakens — ein echter Vorteil beim Zurücksetzen untermaßiger Fische.
  • Blei: Bank- oder Dipsey-Bleie von 6 bis 16 ounces; führe eine Auswahl mit und nimm gerade so viel, wie nötig ist, um Grund zu halten.

Haken, Drillen und Landen

Der Biss ist subtil und der Fisch weichmäulig, also schlägt Feingefühl die Kraft.

  • Finde den Grund, dann komm hoch: Lasse ab, bis das Blei aufsetzt, und kurble dann ein bis zwei Umdrehungen auf, sodass die Köder knapp über dem Meeresboden reiten, wo Schellfisch unterwegs ist.
  • Lies den Biss: Erwarte ein zartes Tippen, ein paar leichte Picker oder einfach zunehmendes Gewicht, wenn der Fisch mit dem Köder davonschwimmt. Widerstehe dem Drang, hart anzuschlagen.
  • Mit Kreishaken anschlagen — ziehen, nicht reißen: Mit Kreishaken hebst du gleichmäßig in das Gewicht hinein und lässt den Haken den Maulwinkel finden. Mit J-Haken genügt ein kurzes, festes Anheben.
  • Gleichmäßiger Druck auf dem Weg nach oben: Aus mehr als 200 feet kurbelst du geschmeidig und hältst die Rute geladen. Schellfisch zieht ehrlich, reißt dich aber nicht ab — zu hartes Pumpen reißt sein weiches Maul auf.
  • Achte auf Doubletten: Mit zwei Haken unten landest du oft zwei auf einmal. Bring sie behutsam über die Reling und halte den Schwarm bei Laune, indem du die Köder schnell wieder nach unten bringst.

Vorschriften und Ethik beim Zurücksetzen

Schellfisch wird streng bewirtschaftet, und die Regeln sind nicht verhandelbar — sie halten den Bestand gesund und dich auf der legalen Seite.

  • Maß, Fangmenge und Saison schwanken nach Region und Jahr: Die Freizeitfischerei im Golf von Maine arbeitet mit einem Mindestmaß, einer täglichen Fangbegrenzung und saisonalen Schonzeitfenstern, die regelmäßig überarbeitet werden. Britische und norwegische Gewässer haben ihre eigenen Mindestmaße und Regeln.
  • Bestätige es, bevor du ausläufst: Prüfe die aktuellen Vorschriften deines Bundesstaats, des Bundes (NOAA/GARFO in den USA) oder der nationalen Behörde, oder verlasse dich auf einen lizenzierten Charter-/Partyboot-Kapitän, der die offenen Termine im Blick hat.
  • Setze Untermaßige richtig zurück: Verwende Kreishaken, handhabe die Fische zügig mit nassen Händen und nimm sie nicht länger aus dem Wasser als nötig.
  • Entlüfte oder versenke Tiefenfische: Fische, die aus mehr als 100 feet heraufgeholt werden, können ein Barotrauma erleiden (aufgeblähter Bauch, hervortretende Augen). Ein Versenkgerät bringt sie zurück in die Tiefe und verbessert ihre Überlebenschance dramatisch.
  • Behalte nur, was du essen wirst: Schellfisch ist ein hervorragender Speisefisch — mild, blättrig und das Rückgrat von Fish and Chips. Nimm eine legale Mahlzeit mit und lass den Rest schwimmen.

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