Wind beeinflusst das Angeln auf vielfältige Weise: Er erzeugt Oberflächenkräuselungen, die Beutefischen als Versteck dienen, drückt wärmeres Wasser und Nahrung zu den windabgewandten Ufern, verbessert die Sauerstoffanreicherung des Wassers und reduziert das eindringende Licht, das Fische verschrecken kann. Leichter bis mäßiger Wind (5–15 kts) verbessert das Angeln in der Regel, während extremer Wind (25+ kts) das Angeln erschwert und gefährlich sein kann. Die Richtung und Geschwindigkeit des Windes sind wichtiger als die bloße Anwesenheit von Wind.
Oberflächenstörungen sind der erste und offensichtlichste Effekt. Wind kräuselt die Wasseroberfläche, bricht Lichtreflexionen auf und erschwert es Fischen, Raubtiere oder Angler von oben zu sehen. Viele Fische werden mutiger, wenn die Oberfläche unruhig ist, da sie sich weniger exponiert fühlen. Besonders Flachwasserfische profitieren von dieser Deckung.
Windgetriebene Strömungen drücken Oberflächenwasser windabwärts. Dies führt zu einer Ansammlung von wärmerem Wasser am windabgewandten Ufer, zusammen mit schwimmender Nahrung und Beutefischen. Raubfische versammeln sich dort, wo sich Nahrung ansammelt, was das windabgewandte Ufer zur produktivsten Angelzone an windigen Tagen macht.
Sauerstoffanreicherung ist ein weiterer versteckter Vorteil. Wind verwirbelt die Oberflächenschicht und mischt sauerstoffreiche Luft ins Wasser. Dies fördert den Fischstoffwechsel und macht die Fische aktiver und hungriger. Es ist ein Grund, warum viele Angler von ausgezeichneten Fängen bei Wind im Vergleich zu völlig windstillen Tagen berichten.
Lichtreduzierung ist im Flachwasser von Bedeutung. Wellen und Oberflächenstruktur streuen das einfallende Licht und machen es diffuser. Fische, die durch helles, klares Licht verschreckt werden, sind unter windigen, bewölkten Bedingungen eher bereit zu fressen.
Trotz dieser Vorteile hat übermäßiger Wind Nachteile:
Völlig windstille Tage können gut oder schlecht sein. Ist das Wasser klar und das Licht hell, kann ruhiges Wasser Fische scheu und vorsichtig machen. Aber ruhiges Wasser bei bewölktem Himmel und guter Temperatur? Immer noch produktiv – wechseln Sie einfach zu Deckung und Strukturen, wo sich Fische verstecken.
Windabgewandte Ufer sind an windigen Tagen erstklassige Angelplätze. Windgetriebene Strömungen drücken Nahrung, Plankton und Beutefische zum windabgewandten Ufer. Raubfische warten dort. Wenn Sie nur ein Ufer eines Sees oder einer Bucht befischen können, angeln Sie an der windabgewandten Seite.
Spitzen und Strukturen wirken als Strömungsbrecher. Wo windgetriebenes Wasser auf eine Landzunge oder einen untergetauchten Rücken trifft, entsteht ein Wirbel, der Beutefische konzentriert. Positionieren Sie sich auf der windabgewandten Seite der Struktur, nicht auf der windzugewandten Seite.
Lee-Ufer (windgeschützt) können langsamer sein, bieten aber manchmal gute Angelmöglichkeiten, wenn bewölkter Himmel und eine ruhige Oberfläche Fische anlocken, die Schutz vor den rauen Bedingungen suchen. Experimentieren Sie.
0–5 kts (ruhig bis leicht): Glattes Wasser, oft langsames Angeln, es sei denn, es ist bewölkt oder nach einem Wettersystem. Die Wasserklarheit ist gut für Sichtjäger, was in klarem Wasser gegen Sie arbeiten kann.
5–15 kts (sanft bis mäßig): Beste Zeit für die meisten Angelarten. Genug Störung, um Fischen Deckung zu bieten und produktive windgetriebene Strömungen zu erzeugen, ohne Navigation oder Werfen zu erschweren.
15–25 kts (frischer Wind): Immer noch beangelbar, aber anspruchsvoll. Die Oberfläche ist sehr unruhig, das Werfen ist schwierig und die Navigation erfordert Vorsicht. Fische können tiefer sein. Einige Arten (wie Stripers und Redfish) fressen in diesem Bereich aggressiv.
25+ kts (stark bis stürmisch): Schwierig und oft unsicher. Viele Freizeitangler bleiben zu Hause. Wenn Fische fressen, sind sie wahrscheinlich tiefer oder in geschützten Zonen. Extreme Windenergie kann das Fressverhalten tatsächlich unterdrücken, wenn sie zu viel Chaos erzeugt.
Das Angeln ist oft ausgezeichnet in den Stunden kurz bevor Wind aufkommt. Fische spüren den mit aufkommendem Wind verbundenen Luftdruckabfall und fressen aggressiv. Dies ist ein erstklassiges Zeitfenster.
Nachdem der Wind nachlässt, kann das Angeln für einige Stunden langsam sein, da sich die Fische neu anpassen. Sie haben sich versteckt oder waren tief, und sie nehmen das aggressive Fressen nicht sofort wieder auf, wenn Ruhe einkehrt.
Viele Regionen haben vorhersehbare saisonale Windmuster:
Wenn Sie die typischen Windmuster Ihrer Region kennen, können Sie vorhersagen, wann das Angeln gut sein wird, noch bevor der Wind überhaupt aufkommt.
Wind ist einer von vielen Faktoren, die den Angelerfolg bestimmen. FishRadar verfolgt Windgeschwindigkeit und -richtung zusammen mit Wassertemperatur, Strömungsmustern, Lichtverhältnissen und Luftdruck, um Ihnen ein vollständiges Bild davon zu geben, wann die Bedingungen optimal sind. Anstatt zu raten, ob der heutige Wind gut oder schlecht ist, können Sie sehen, wie Wind mit anderen Variablen kombiniert wird, um den Biss zu erzeugen (oder zu unterdrücken). Erfahren Sie mehr unter FishRadar-Funktionen und Angelvorhersage.